Stephen Prina: Brenner's Artist in Residence 2008

25.07.2008

Stephen Prina, 1954 in Galesburg/ Illinois geboren, ist der diesjährige "Brenner's Artist in Residence". Prina nutzte seinen Aufenthalt vom 7. bis 27. Juli 2008 im Brenner's Park-Hotel & Spa, um seine umfangreiche Ausstellung mit begleitender Publikation in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden vorzubereiten.

Bereits zum vierten Mal wurde das Arbeitsstipendium auf einen Vorschlag der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden hin verliehen. Ziel des Stipendiums ist es, die beachtlichen, teils vornehm verborgenen kulturellen Reserven Baden-Badens anders und neu zu bündeln. Mit diesem von Brenner's Park-Hotel & Spa geförderten Projekt öffnen sich neue und anspruchsvolle Dimensionen der Begegnung international bedeutender Künstler mit dieser Stadt, ihrer Geschichte und Kultur, vor allem aber mit den Menschen und der Landschaft in und um Baden-Baden.

Die AusstellungThe Second Sentence of Everything I Read Is You vom 19.07. - 05.10.2008 ist die erste große institutionelle Einzelausstellung von Stephen Prina in Deutschland. Sie präsentiert zahlreiche Arbeiten, die noch nie in Europa zu sehen waren. Anknüpfend an den Erfolg, den Prina in den USA feiert - u.a. wurden Arbeiten des Künstlers auf der diesjährigen Whitney Biennale in New York gezeigt - soll die Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden sein Werk einem breiteren Publikum in Europa bekannt machen und somit die internationale Rezeption des Künstlers intensivieren. Die Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die erstmalig ein größeres Spektrum seiner Arbeiten vorstellen wird.

Stephen Prinas künstlerische Praxis hat seit Anfang seiner Laufbahn viele Facetten: Er arbeitete gleichzeitig in verschiedenen Medien, präsentierte Einzelausstellungen, kollaborierte mit anderen Künstlern, produzierte Filme und Schallplatten und trat in Performances und Lesungen auf. Sein Werk - dazu gehören Malerei, Fotografie, Film, Objekt und Rauminstallation - greift gezielt Verfahrensweisen der Minimal Art und Konzeptkunst auf, um deren Paradigmen kritisch und ironisch zu hinterfragen. So werden einflussreiche Aspekte künstlerischer und gesellschaftlicher Entwicklungen der vergangenen Jahre gespiegelt und in die Gegenwart hinein aktualisiert. Jedes seiner Projekte kennzeichnet ein vielschichtiges Referenzsystem, das Motive und Themen aus Bildender Kunst, Musik, Literatur, Film und Philosophie aufnimmt. Immer wieder beziehen sich seine Werke auf ein Spektrum so bedeutender Theoretiker, Dichter und Künstler wie Theodor W. Adorno, Heinrich Böll, Dan Flavin, Joseph Kosuth, Edouard Manet, Andy Warhol oder Lawrence Weiner. Prina bindet diese Referenzen in neue Zusammenhänge ein und rekonstruiert oder variiert deren zugrunde liegende Strukturen. Dabei verwischt er bewusst die Grenzen zwischen High und Low, zwischen Hoch- und Massenkultur.

Neben motivischen und strukturellen Bezügen heben Prinas Werke besonders die Platzierung von Kunst in Ausstellungsräumen hervor: Seine Projekte thematisieren den Entstehungskontext und stellen einen speziellen Zusammenhang zwischen historischen und aktuellen Ausstellungsorten her. Sie akzentuieren durch die offene, sich stets weiter entwickelnde Werkstruktur die Vorläufigkeit von Kunst. Prina arbeitet häufig in Langzeitprojekten an Werken, die den jeweiligen Ausstellungskontext reflektieren. Eine solche künstlerische Strategie verfolgt die Sound-Installation The Second Sentence of Everything I Read Is You, die erstmals 2006 in der Galerie Friedrich Petzel, New York, gezeigt wurde. Im Sommer 2007 entstand eine weitere Version in der Galerie Gisela Capitain in Köln, bei der sich die Dimensionen und die Farbnuancierung änderten. Der für Baden-Baden konzipierte gelbe Raum bildet die jüngste Erweiterung dieses Projektes, das mit einem temporär aufgebauten "fahrenden Bühnenspektakel" assoziiert werden kann.

Zurück zur Übersicht